Maronensuppe mit Preiselbeerschaum

Mit Maroni assoziere ich eine Vielzahl an Gefühlen und Erinnerungen, wie wahrscheinlich mit sonst keinem Nahrungsmittel: Weihnachtsmarkt, kalte Winternächte am warmen Feuer, verbrannte Hände und Münder und nicht zuletzt natürlich den Maronimann aus Preußlers kleiner Hexe. Nur der Geschmack war mir als nicht ganz so positiv im Gedächtnis geblieben. Ein Anfall von Weihnachtsstimmung und der allgegenwärtige Maronimann auf dem Wochenmarkt haben mich aber dazu veranlasst, die Kindheitserinnerungen aufzufrischen und eventuell zu korrigieren – mit durchschlagendem Erfolg.
Selten hat mich eins meiner Gerichte so begeistert (und dabei geize ich eigentlich selten mit Eigenlob). Wer also mal richtig einen Auffahren will und dabei so wenig Aufwand wie möglich betreiben möchte, dem kann ich diese Suppe nur ans Herz legen. Dabei kann man durchaus auf die bereits geschälten und gekochten Maronen aus dem Supermarkt zurückgreifen, das spart Zeit und Nerven und man vermeidet die oben schon erwähnten verbrannten Finger. Maronen und Esskastanien sind im übrigen nicht, so wie ich dachte, das Gleiche. Bei Maroni handelt es sich um eine intensiver schmeckende Weiterzüchtung, der Esskastanie 2.0 sozusagen. Zu dieser passt eine Garnierung aus Preiselbeerschaum und etwas gebratenem Speck – war lecker, aber den Schaum habe ich mir irgendwie….schaumiger vorgestellt. Das Rezept ist diesbezüglich also noch ausbaufähig.


 

Zutaten (3-4 Personen)

Suppe
600 gr. Maronen (Vakuumverpackt)
1 Zwiebel
1/2 l. Gemüsebrühe
250 ml. Milch
1/2 Becher Sahne
Weiswein
2 Lorbeerblätter
Thymian
Salz/Pfeffer

Preiselbeerschaum
2-3 EL Preiselbeeren
Schmand
optional evtl. die andere Hälfte der für die Suppe gebrauchten Sahne
Speck (gewürfelt)

Die Zwiebel würfeln und in einem großen Topf mit etwas Öl anschwitzen. Währenddessen die Maroni klein schneiden und gemeinsam mit den Gewürzen zu den inzwischen glasigen Zwiebeln geben. Kurz braten lassen und mit einem guten Schluck Weißwein ablöschen. Den Wein verdampfen lassen und währenddessen mit dem Kochlöffel den Bodensatz „abschaben“, den Vorgang bei Bedarf wiederholen. Hat man beim Kochen Zuschauer, die beeindruckt werden wollen, könnte an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Ansatz der Suppe gerade deglaciert  wird- hört sich schicker an als schnödes ablöschen.

Anschließend wird die Maronimasse mit der Brühe soweit aufgegossen, dass diese etwa einen halben Finger breit bedeckt ist. Dann das Ganze für ein paar Minuten kochen lassen und sich zwischenzeitlich um die Garnierung kümmern:

Die Preiselbeeren fein pürieren und mit dem Schmand vermengen. Wahrscheinlich hätte man an dieser Stelle noch geschlagene Sahne unterheben müssen, um einen richtigen Schaum zu erhalten, so ist es einfach nur eine rosa Creme, die aber durchaus schmeckt und ausgezeichnet dazu passt. Speck anbraten und beiseite stellen. Als vegetarische Variante machen sich hier bestimmt kross gebratene Vollkornbrotcroutons oder Salbeiblätter wie in diesem Rezept.

Die Suppe pürieren (vorher unbedingt die Lorbeerblätter rausfischen!) und den halben Becher Sahne hinzugeben, mit Milch (oder Brühe) aufgießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Suppe nicht mehr kochen, da sonst die Milch gerinnen könnte. Am besten bereitet man die Suppe schon am Vortag vor und püriert sie vor dem servieren nur noch einmal kurz, damit sie schön cremig ist.

 

 

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